Vlkolinec ist eine bemerkenswert unheschäding erhaltene Siedlungseinheit, hinsichtlich der Gleichartigkeit gibt es in Mitteleuropa kleinen vergleichbaren Hauskomplex. Es befindet sich in inneren Westkarpaten, in dem Naturschutzgebiet Große Fatra (718 m u. d. M., Fläche 797 ha) unter dem Berg Sidorovo. Es ist der Typ der mittelslowakischen Siedlung mit in den Gebirgsgebiet nordlichen Teils der mittelslowakei verbreiteter Holzarchitektur. Urbanistisch ist es eine Sammelggemeinde mit Satraßenbebauung mit langen Hofen.
Es gibt keine genauen Angaben, wann Vlkolinec entstanden ist. Die erste sichere Erwährung über Vlkolinec stammt aus dem Jahr 1461. Es war immer eine der kleinster "Straßen" (eigentlich eine Gemeinde) der Stadt Ruzombcrok. In der Mitte des 16. Jahrhunderts bestand Vlkolinec aus 4 Bauernhöfen. Die größte Einwohnerzahl war im Jahr 1869 (345 Einwohner), die meisten Hofe hatte es 1944 (82). Die Zeit der höchsten Prosperität datiert sieh von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zu der zweiten hälfte des 20. Jahrhunderts. Während des Slowakischen Nationalaufstandes ist ein auch heute ein Teil der Stadt Ruzomberok. Die Struktur der Landschaft besteht aus Waldgemeinschaften, Wiesen, Ackern und der eigentlichen Gemeinde. Das Basiselement der Landschaft ist das von Menschen modellierte System der Terrassenacker. In deren Mitte, im gegliederten Gelände, liegt die Ortschaft. Der originelle Charakter der Landschaft ist von der Mikrostruktur der Acker, der Anordnung der Siedlung mit der Holzarchitektur und den umliegenden Bergen gebildet. Die Nutzung dieses Gebietes hat überwiegend landwirtschaftlichen Charakter mit Wiesen und Ackerboden. Die Einwohner beschäftigten sich daher mit der Landwirtschaft, Hitenleben, Almwirtschaft, Viehzucht und Holzhackerei. Im weiteren Kontext bildet die Ortschaft den Rand des Biozentrums des nordostlichen Teiles von Große Fatra. Der Wert der Landschaft ist durch die Symbiose des Natur und Kulturpotentials unterstrichen. Das Baumaterial der Wonhäuser sowie der Wirtschaftsgebäude ist Holz. Stein als Baumaterial wurde nur für Kammer und Getreidespeicher verwendet. Die Hauswände sind gezimmert aus teilweise oder ganz zurecht gehackter, waagerecht aufeinander gelegter und verbundener Holzbalken. Die Häuser haben mit Schindel bedeckte Satteldächer, die mit Giebel mit gebrochenem Vordach beendet sind. Oben sind die Giebel mit Halbkreis und Stift abgeschlossen. Der Dachstuhl hat Kehlbalkenkonstruktion, die Sparren sind Dachtraufenpfetten versenkt, die auf Dachbalken liegen. Die ursprüngliche Dacheindeckung ist gespaltete Holzschindel. Die Regenrinnen waren ursprünglich aus Holz gestemmt.
In Vlkolinec sind mehrere Typen von Wohnhäusern erhalten geblieben. Mehr als die Hälfte binden Häuser mit drei nacheinander liegenden Räumen. Der Eingangsraum ist das Vorhaus in der Mitte des Hauses. Der hintere Teil des Vorhauses dient als Küche, aus der Küche geht man auf einen Seite in das Zimmer, auf der anderen in die Speisekammer. Ein anderer Typ ist das Zwein-Raum-Haus, der von dem Eingangsraum und dem Vorhaus mit Zimmer gebildet ist. Durch Anbau einer Steinkammer entstand ein Haus mit Getreidespeicher. Mehr als die Hälfte bilden Häuser mit Räumen, erhalten sind jedoch auch Häuser mit zwei Räumen mit Seitenkammer und Doppelhäuser mit gemeinsamem Vorhaus. Der größte Raum im Haus war das Zimmer, wo das ganze Familienleben abspielte. Die Funktion des Vorhauses als eines Eintritts und Kommunikationsraumes wandelte später in Küche. Die Wirtschaftsgebäude befinden sich hinter den Wohnhäusern. Der Bauernhof wird mit geräumigen Scheunen abgeschlossen. Sie erfüllten die Funktion des Arbeitsraumes, aber auch eines Vorratsspeichers. Ganz nah am Haus die Holzkammer und der Stall. Beim Bau der Wirtschaftsobjekte wurden mehrere Bautechniken angewardt - Holzwerk – (vor allem Stall), Rahmen und Säulenkonstruction, als Ergänzung der Holzwerkkonstruction (Scheune). Die Ausfüllung wurde abwechselnd von waagerecht gelegten Holzwerkbalken oder Brettern gebildet. Außerhalb der Dorfflur sind Heuspeicher, Ein-Raum-Holzwerk-Bauten mit Giebeldach mit Schindel. Sie sind in der Gegend auf den Terrassenacker zerstreut. In der Mitte der Ortschaft sind zwei Bauten, die deren Bild komplett machen. Es ist der Brunnen und der Glockenturm. Der Glockenturm wurde 1770 gebaut. Beide sind in Holzwerkkonstruktion gebaut. Zu der Ortschaft gehört auch das Bauernhaus mit Ausstellung der ursprünglichen Wohnweise. In diesem Gebäude war früher eine Schule. Auf dem östlichen Teil der Lokalität ist eine Kirche im Barock und Klassizistischen Stil von 1875.
1977 wurde Vlkolinec zur Denkmalreservation der Volksarchitektur erklärt und im Dezember 1993 wurde es in die Liste des Welterbes der UNESCO eingetragen. Die Eintragung in die Liste bestätigt den besonderen und universellen Wert der Kultur und Naturlokalotäten, die eines Schutzes zu Gunsten der ganzen Menschheit bedürfen.
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